Manchmal denke ich an Cicero. Nicht an den großen Redner auf dem Forum Romanum, sondern an den müden, enttäuschten Mann, der sich auf seine Landsitze zurückzog, weil ihm der Lärm, die Intrigen und die moralische Verlotterung der Stadt unerträglich geworden waren. Er hat nie einfach gesagt: „Ich wäre lieber Bauer.“ Aber er hat immer wieder geschrieben, dass nichts eines freien Menschen würdiger sei als die Arbeit auf dem Land, in der Nähe der Natur, fern vom Geschrei der Politik.
Ich verstehe das heute sehr gut.
Hier draußen, zwischen Erde, Holz, Schnee und Werkzeugen, verliert vieles von dem, was uns täglich angeschrien wird, seine Macht. Keine Empörungsspiralen, keine ideologischen Glaubenskriege, keine selbstgerechten Rechthaber, die nicht einmal merken, dass sie längst genau das tun, was sie ihren Gegnern vorwerfen. Gewalt in Worten, Gier nach Aufmerksamkeit, Dummheit im Gewand der moralischen Überlegenheit – all das bleibt draußen vor der Tür.
Ich kann ein Stück Land bearbeiten, einen Ofen anheizen, einen Schneemann aufstellen und mit ihm in stiller Übereinkunft schweigen. Und seltsamerweise fühlt sich das freier an als jede hitzige Diskussion in den digitalen Arenen unserer Zeit.
Vielleicht ist das mein kleines Tusculum. Und vielleicht hatte Cicero recht: Manchmal ist es würdevoller, einen Acker umzugraben – oder einen Schneemann zu bauen – als sich mit Leuten zu streiten, die gar nicht mehr zuhören wollen.
Hier draußen bin ich einfach da. Und das reicht.