Dass es ehrenhaft ist, ein Ungeheuer zu besiegen, wissen wir aus unseren Legenden und Heldenepen. Dass jedoch schon so ein kleiner Sprudelapparat zu einem regelrechten Ungeheuer werden kann, wurde mir erst heute Abend gewahr.
Mit Fieber und Grippe soll man viel Wasser trinken und wenn man es gewohnt ist, langweiliges Leitungswasser wenigstens mit ein bisschen Zisch anzureichern, ist das natürlich megapanne, wenn einem ausgerechnet dann die Sprudelmaschine Sayonara sagt.
So ein Ding kostet 70 Euro und das ist bei mir in etwa die Grenze, an der ich anfange, geizig zu werden. Ein Neukauf rutscht da jedenfalls schnell in die Plan B- Kategorie. Also kurze Analyse: Was funktioniert nicht und warum nicht. Oder doch gleich weiter zu Youtube?
Nach einer halben Stunde vergeblicher Bemühungen, hab ich dann doch die Filmcracks von Youtube konsultiert. Schien auf jeden Fall kein Hexenwerk zu sein. War es auch nicht. Zumindest nicht die Demontage
Der Bösewicht – ein verkeilter Dichtungsring – war schnell gefunden und repariert. Aber dann kam der Zusammenbau und da wurde mir zum ersten mal bewusst, dass die Sprudelmaschine mehr als einen Kopf hat.
Wer denkt sich so etwas bloß aus??? Man bräuchte mindestens 5 Hände, um all die Schräubchen, losen Einzelteile und Wofürauchimmernupsies halten zu können und schließlich befindet man sich Hals über Kopf im Kampf mit der Hydra.
Als mein Wohnzimmerbaum frustriert ein Blatt fallen ließ, wurde mir klar, dass der arme Kerl die ganze negative Energie meiner Wut und hässlichen Flüche ungefiltert abbekommt, ohne sich wehren oder mich zumindest um Mäßigung bitten zu können. Ich hab mich dann zusammengerissen und wieder versucht dem Problem der Verschlusstechnik analytisch näherzukommen.
Glücklicherweise kam kurz vor Mitternacht mein Sohn vorbei und fragte mich, was ich denn im Trainingsanzug mit dem Sprudelapparat anstellen würde. Ich schilderte ihm meinen verzweifelten Kampf gegen die undurchschaubare Logik eines sechsfach verschachtelten Verschlusses mit 81 möglichen Einstellungen … und glücklicherweise fand er Gefallen daran, seinem Vater im nächtlichen Gefecht beizustehen. So waren wir immerhin schon zu zweit.
Um halb zwei hatten wir etliche Varianten durch, aber noch keine Lösung in Sicht, weil die Hydra die Schlupfwinkel ihres Gehäuses besser kannte als wir. Beim xten Versuch, das Sch…ding wieder zusammenzubauen, waren wir uns jedenfalls einig: Entweder es funktioniert jetzt oder das Ding fliegt vom Balkon!
Offenbar hatte die Hydra das gehört, denn urplötzlich verschwand sie ganz brav in meiner Sprudelapparatur und gab endlich den hakenden Verschluss frei. Das Abklatschen mit meinem Sohn tat unendlich gut und der von ihm zum gemeinsamen Mineralwasser ausgebrachte Toast ging runter wie Öl:
„Und wieder einmal, Papa, hast du mir beigebracht, dass man die meisten Ungeheuer besiegen kann, wenn man nur bereit ist zu kämpfen und trotz aller Mühen und Stolpersteine nicht aufgibt. Danke für diese Lektion!“
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