








Heute bin ich über den Weinhängen des Glottertals gewandert – knapp 6,5 Kilometer, mit Steigungen gut in zwei Stunden machbar. Eine dieser Runden, bei denen man wieder spürt, wie reich man eigentlich ist, wenn so eine Landschaft direkt vor der eigenen Haustür liegt.
Empfohlen wird die Strecke meist im Uhrzeigersinn, weil der Anstieg dann nicht ganz so steil ist. Ich bin sie trotzdem andersherum gegangen – gegen den Uhrzeigersinn. Und für mich war genau das richtig.
Zum einen begegnet man den anderen Wanderern dann von vorn. Kein endloses Hinterherlaufen, sondern ein kurzes Nicken, ein freundliches „Hallo“, manchmal zwei Sätze im Vorübergehen. Das passt viel besser zu so einem Weg.
Zum anderen ist mir ein kurzer, kräftiger Anstieg lieber als dieses Gefühl, sich ewig bergauf zu schieben. Danach öffnen sich die Wege, und vieles läuft sich fast von selbst: leicht bergab, durch Waldschatten, an Reben entlang, mit immer neuen Blicken in die Landschaft.
Und vor allem: Die Panoramen liegen dann genau richtig. Nicht ständig hinein ins enge Glottertal, sondern hinaus ins offene Rheintal – Richtung Kaiserstuhl, hinüber zu den Vogesen, unter einem Himmel, der heute wirklich azurblau war.
Oben auf dem Höhenweg wehte ein angenehm warmer Wind, etwa 23 Grad, überall dieses frische Frühlingsgrün, Vogelstimmen aus den Hecken und Bäumen, irgendwo Holzfäller bei der Arbeit, dann wieder Stille. Reben, Wald, Wiesen, Höfe, Dörfer im Tal – alles in diesem klaren Licht, das man eigentlich nicht festhalten kann und dann doch fotografiert, weil man es wenigstens versuchen möchte.
Besonders schön: Unterwegs gibt es immer wieder Bänke und hölzerne Waldsofas. Zum Verschnaufen, Picknicken, Schuhe lockern, in die Ferne schauen – oder einfach nur zum Dasein.
Ich wohne in einer Gegend, in der andere Urlaub machen. Heute hat sich das wieder einmal ganz unmittelbar und wunderbar angefühlt.
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